
Manchmal halten wir am Kämpfen fest, weil es uns durch schwierige Zeiten getragen und stark gemacht hat. Doch Stärke bedeutet nicht immer, weiterzumachen. Wenn wir innehalten, unsere Grenzen wahrnehmen und Hilfe annehmen, kann Raum entstehen, um wieder mehr bei uns selbst anzukommen.
Manchmal glauben wir, wir müssten einfach noch stärker sein, noch mehr aushalten und noch länger durchhalten. Doch was uns einmal geschützt hat, kann später zur Belastung werden – und vielleicht geht es nicht darum, noch mehr zu halten, sondern darum, weniger festhalten zu müssen.
Eine engagierte Lehrperson erlebt nach zwei schwierigen Lektionen starken Selbstzweifel – und entdeckt in der Aufstellungsarbeit, dass hinter dem Druck ein verletzter innerer Anteil steht. Durch die Veränderung ihrer inneren Position findet sie zurück in ihre erwachsene Führungsrolle und gewinnt Klarheit und Sicherheit im Umgang mit herausfordernden Situationen.
Wenn wir auf etwas überreagieren, fühlt es sich oft so an, als würde etwas in uns plötzlich die Kontrolle übernehmen. Häufig sind es innere Anteile, die ursprünglich entstanden sind, um uns zu schützen und Sicherheit herzustellen. Wenn wir beginnen, sie bewusst wahrzunehmen, entsteht mehr innerer Raum und damit die Möglichkeit, anders mit uns selbst umzugehen.